Die GWH Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH Hessen realisiert auf dem ehemaligen PX-Gelände der US-Amerikanischen Streitkräfte
den Neubau einer Wohn-anlage mit 270 Wohneinheiten sowie einer Tiefgarage mit 286 Stellplätzen.
Im Rahmen eines Gutachterverfahrens, dessen Auslober die GWH und die Stadt Frankfurt waren, gewann im Jahr 2000 das renommierte Architekturbüro
BLFP - Prof. Bremmer, Lorenz, Frielinghaus aus Friedberg den 1.Preis für das städtebauliche Konzept zur Bebauung des gesamten Areals.
Zur Realisierung wurde das Büro mit der Planung des zentralen Wohnhofs beauftragt. Die beiden seitlichen Wohnhöfe realisiert die GWH in eigener Planung.
Das städtebauliche Konzept der Architekten basiert auf der parallelen Anordnung von 3 U-förmigen Gebäude-komplexen. Die Flügelbauten
verlaufen in Nord-Süd Richtung und weisen 4 Vollgeschosse sowie ein Staffel-geschoss auf. Die Grundrissabmessungen eines jeden Flügels
betragen ca. 10 x 63m. Die Kopfbauten entlang der Polizeimeister-Kaspar-Strasse sind mit je 5 Voll-geschossen und einem Staffelgeschoss
vorgesehen. Die Grundrissabmessungen je Kopfbau betragen ca. 11 x 50m. Weiterhin sieht das städtebauliche Konzept so-genannte "Wohnhöfe"
mit ausschliesslicher Garten-nutzung in dem Bereich zwischen den Flügelbauten eines jeden Gebäudekomplexes vor, während die sogenannten
"Erschliessungshöfe" zwischen den Fügeln zweier benachbarter Gebäudekomplexe als Verkehrs-, Spiel- und Aufenthaltsfächen mit intensiver Bepflanzung
vorgesehen sind.
Das Untergeschoss mit Tiefgarage und Kellerräumen erstreckt sich mit ca. 13.000m² unter den gesamten Bereich der 3 U-förmigen Gebäudekomplexe,
den "Erschliessungshöfen" sowie unter die Verkehrsfläche zwischen den Kopfbauten und der südlichen Grundstücksgrenze, der Polizeimeister-Kaspar-Strasse.
Hier befindet sich auch die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage.
Der Bereich der "Wohnhöfe" ist nicht unterbaut.
Das Tragwerk -
Die aufgehenden Geschosse werden im klassischen Mauerwerksbau errichtet, einzelne, stark belastete Wandstücke in Stahlbeton. Zur Gewährleistung
einer möglichst flexiblen Flächennutzung und aus Gründen der Wirtschaftlichkeit werden die Geschoss-decken der Gebäude als Flachdecken
mit 2-achsigem Lastabtrag ausgeführt. Die Deckenstärke beträgt dabei einheitlich 20cm, die sich auch auf Grund der strengen Schallschutzanforderungen
ergeben hat. Unter Zugrundelegung dieser Deckenstärke ist eine Betongüte B25 in den Regelbereichen ausreichend. In örtlich begrenzten Bereichen
sind grössere Deckenstärken und z.T. höhere Betongüten zur Abfangung tragender Wände erforderlich.
Das Untergeschoss wird auf Grund der Grundwasser-situation als "weisse Wanne" konzipiert, also "wasser-dicht" gemacht.
Die gesamte Bodenplatte wird fugenlos erstellt, nur die Hofkellerdecken erhalten Dehnfugen zur Minimierung von Zwangsbeanspruchungen.
Projektleiter: Dipl.-Ing. Martin Schneider
2004, schn